Der Motor

Jede lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Für uns ist das ein 70 kg schwerer Metallklotz: Noch völlig bootlos haben wir uns entschieden, dass wir jetzt unbedingt einen Motor brauchen.

Natürlich verstehen wir noch nichts von Bootsmotoren und nach dem Studium vertrauenswürder Blogs sind wir uns sicher, dass wir etwa 1 bis 70 PS benötigen. Christian ist ganz stark für 70 PS, während Georg den Größenwahn zu dämpfen bemüht ist.

In Langenhagen bei Hannover haben wir einen Termin bei einem Händler. Wir sind perfekt vorbereitet und sind wir fest davon überzeugt, den Motor mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einer selbstgebauten Sackkarre bis nach Kassel zu bekommen, wo unser Boot entstehen soll. Natürlich entpuppen sich 70 PS-Motoren als gigantisch und sind mit zwei Personen nur wenige Zentimeter zu bewegen. Keine Chance.

Gut, dann halt eine Nummer kleiner, wir finden bezahlbare 30 PS: Baujahr 1976 (?), 2-Takter, Handstart, Pinne. Gekauft. Glücklicherweise wohnt „nur 100 km“ ein Freund von uns, den wir überzeugen, dass wir da mal so einen kleinen Motor transportieren müssten. Glücklicherweise hat er seit einer Woche einen Neuwagen. Perfekt geeignet, um den ölverschmierten und nach Benzin stinkenden Motor zu transportieren. Mit vier Personen, der Sackkarre und dem Motor ist es kuschelig in seinem Opel Corsa.

Wir stellen den Motor bei Freunden noch einen Tag unter – wir können ihn ja schlecht mit in die Sauna nehmen. Ab jetzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch nach Kassel. Es sind 2 km vom Lagerort des Motors bis zur S-Bahn. Mit den platten Reifen der Sackkarre und 70 kg Motor nicht die schnellsten 2 km – wir kommen aber heil an. Was für ein Service, der Fahrer der Bahn begrüßt uns persönlich. Auf der folgenden ICE-Fahrt nach Kassel macht sich eine Bierwerbung mit der Überschrift „Leichtes Gepäck“ über uns lustig, wofür wir uns später am Bier rächen werden. Wir stellen eine Art Attraktion für eine Menge interessierter Mitreisender dar. Niemand hat eine Ahnung, aber jeder eine Meinung – so wie wir. Jetzt noch einen naiven Taxifahrer finden, der uns bis nach Hause bringt. Yeah, wir haben einen Motor!image

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