Die Abreise

Wir sind noch immer zu 90 % fertig. Am vorigen Wochenende haben wir eine leicht überdimensionierte 25 kg schwere Motoraufhängung geschweißt. Die letzten 10 % der Vorbereitung erledigen wir am Samstag: Lebensmitteleinkäufe, letzte Bohrungen, Winkel und Schrauben.

Mit einem Überlänge-Transporter geht es nach Regensburg – das Teil ist riesig, aber das einzige Fahrzeug, das unser auseinandergebautes Boot transportieren kann und das wir gerade noch fahren dürfen. Das Einladen dauert Stunden, abends kommen wir rechtzeitig zum Deutschlandspiel an. 16 Bier und ebenso viele Elfmeterschüße später haben wir zum letzten Mal den Komfort echter Betten.

IMG_20160702_142311.jpgDen wir aber nicht lange genießen. Um 5 Uhr geht’s zum Yachthafen Donautal, kurz hinter Kehlheim, ab wo die Donau durchgehend schiffbar ist. Etwa eine Tonne wiegt unser Boot, also keine Chance, es zusammengebaut ins Wasser zu hieven. Genauso erscheint ein Zusammenbau im Wasser unmöglich. Deshalb bauen wir es einfach direkt unter dem Schiffskran zusammen. Wir haben einen harten zeitlichen Anschlag, da ab 8 Uhr andere Sportboote eingesetzt werden sollen. (Ja, auch wir sind offiziell ein Sportboot.) Eineinhalb Tonnen Boot und Gepäck ausladen, Rümpfe zusammenstecken, längsseits miteinander verbinden, Deckmodule aufsetzen und festschrauben, stabilisierende Stahlseile anbringen. Um 8 kommt der kritische Moment. Müssen wir auf Fahrräder umsteigen, weil unser Boot beim Anheben auseinanderbricht? Wir stellen zum ersten Mal fest: Wir sind unsterblich!image
Der entspannte Hafenmeister, der auf seinem Fahrrad ständig im Hafenbereich kreist, erlaubt uns, zum weiteren Aufbau im Yachthafen zu bleiben. Balken werden gesetzt, Bänke zusammengeschraubt, die Motoraufhängung final angebracht, das Anbringen der Planen und der Bau eines zweiten Stockwerks werden begonnen.

Die Ratsche macht es schließlich am Nachmittag vor und nimmt ohne lange nachzudenken ein erfrischendes Bad im brackigen Hafenwasser. Davon inspiriert springt Thilo glatt hinterher und holt den Nichtschwimmer wieder an Land. Die Freude darüber versteckt er gut.image

Erster Fail: Wir haben das 2-Takt-Öl zu Hause vergessen. Wir beschließen also, den Aufbau fertigzustellen, uns von der Imbissbude, deren Essen Restaurantqualität hat, verwöhnen zu lassen und die Nacht im Hafen zu verbringen. Zufälligerweise hat der Hafenmeister noch 2-Takt-Öl und verkauft es uns für den Preis, den wir auf Amazon finden. Zweiter Fail: Der Benzinanschluss des Motors ist stark undicht. Ausnahms- und freundlicherweise schaut der Hafenmechaniker bereits am Sonntagabend vorbei und setzt einen neuen Anschluss ein. Er hilft uns, den Motor anzuwerfen, überprüft ihn und konstatiert, dass der Motor zwar funktioniere, wir aber dennoch hirnrissig seien. Wir freuen uns über das Kompliment und den funktionierenden Motor.

Bis es dunkel wird, schrauben wir weiter und schließen den Abend mit einem gemütlichen Bierchen vom Imbissbudengriechen ab.

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